Covid-19: Neues zur Impfung

Der Kanton Solothurn startet ab dem 4. Januar 2021 mit den Covid-19 Impfungen. In einer ersten Phase sollen die Risikogruppen in den Alters- und Pflegeheimen, sowie das Pflegepersonal geimpft werden. Der Sunnepark gab bereits dem Kanton die Anzahl von BewohnerInnen und Mitarbeitende bekannt. Die Hausärzte wurden mit einbezogen, Beistände und Angehörige wurden dort gefragt, wo Bewohnende nicht mehr selbst entscheiden können.

Der Kanton Solothurn wird den Heimen nächstens die weiteren Schritte kommunizieren. Im Sunnepark wird die Impfung mindestens durch einen Arzt durchgeführt und überwacht.

Häufige Fragen und Antworten zur Covid-19-Impfung

Kann COVID-19 ernsthafte Komplikationen verursachen?

COVID-19 verläuft bei Kindern und jungen Erwachsenen in der Regel mild. Es kann aber auch zu schweren Verläufen mit Hospitalisation und manchmal auch langer intensivmedizinischer Behandlung kommen. Dies betrifft vor allem Personen ab 65 Jahren oder Erwachsene mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, chronischer Herz- oder Lungenerkrankung, Krebs, immunsupprimierender Behandlung, etc.

Wie kann man sich vor COVID-19 schützen?

Die Schutzmassnahmen wie Händehygiene, Maskentragen und Distanzhalten haben sich bewährt, sind aber leider nicht ausreichend, um sich vor dem Virus zu schützen. Dank enormer Forschungsanstrengungen konnten schliesslich hochwirksame Impfstoffe gegen COVID-19 entwickelt werden: die Studien dazu haben gezeigt, dass 95 von 100 geimpften Personen vollständig vor einer Erkrankung geschützt waren. Bei den übrigen 5 Personen kam es zu COVID-19 mit einem milden Verlauf, der keine Hospitalisation erforderte. Somit ist die Impfung die wirksamste Massnahme gegen COVID-19 und gegen seine schweren und/oder langwierigen Komplikationen.

Wem wird die COVID-19 Impfung empfohlen?

Die Impfung wird vorerst allen Personen ab dem Alter von 65 (ganz zu Beginn >75 Jahren sowie altersunabhängig allen Erwachsenen mit einem oder mehreren Risikofaktoren empfohlen. In einem weiteren Schritt können dann die medizinischen Betreuungspersonen und enge Kontaktpersonen der erstgenannten Personen sowie weitere Erwachsenen geschützt werden.

Welche Impfstofftypen stehen zur Verfügung?

Die Schweiz hat sich entschieden, der Bevölkerung die wirksamsten Impfstoffe anzubieten, nämlich die «Boten- RNA-Impfstoffe». Es handelt sich dabei um die, von den Pharmaunternehmungen Pfizer/BioNTech und Moderna entwickelten Impfstoffe.

Was ist in einem Boten-RNA-Impfstoff enthalten?

Eine Boten-RNA ist ein kleines Stück des genetischen Codes, der benötigt wird, um eines oder mehrere Virus- Eiweisse herzustellen. Im Fall der Impfung gegen das Coronavirus enthält die Boten-RNA lediglich die Information zur Herstellung der stachelförmigen Oberflächen-Eiweisse (Spike Protein) des Coronavirus. Die Impfung kann somit kein COVID-19 verursachen. Die Boten-RNA ist in winzigen Fettkügelchen eingeschlossen, damit sie in den Körper injizieren werden kann. Die Impfstoffe enthalten keine Wirkverstärker/Adjuvantien (Aluminium oder andere).

Wie wirkt ein Boten-RNA-Impfstoff?

Sobald sie in den Körper injiziert sind, werden die Fettkügelchen von den umliegenden Zellen «geschluckt». Diese Zellen lesen den darin enthaltenen RNA-Code ab und stellen dann während ungefähr 2 Tagen die Oberflächeneiweisse des Virus her, welche anschliessend von unserem Immunsystem erkannt werden. Das Immunsystem produziert daraufhin Antikörper sowie spezialisierte weisse Blutkörperchen gegen die Oberflächeneiweisse. Damit wird das Coronavirus im Falle einer Infektion rasch erkannt.

Wie lange dauert es nach der Impfung, bis ich geschützt bin?

Die Impfung besteht aus 2 Spritzen (in den Arm) in einem Abstand von 3 – 4 Wochen. Der Schutz gegen COVID- 19 beginnt ca. 2 Wochen nach der ersten Dosis und ist eine Woche nach der 2. Dosis vollständig (95%).

Muss ich mich nach der Impfung nicht mehr vor dem Coronavirus schützen?

Doch! Es ist noch nicht bekannt, ob die Impfung nur gegen die Erkrankung schützt, oder ob sie auch die Ansteckung anderer Personen verhindern kann. Somit müssen die Hygienemassnahmen, das Distanzhalten und das Maskentragen vorläufig weiter empfohlen bleiben, auch für geimpfte Personen.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Es ist noch nicht bekannt, ob der Schutz für einige Monate oder für einige Jahre anhält. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass nach einer gewissen Zeit eine Auffrischimpfung notwendig sein wird.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Diese Impfstoffe werden derzeit weltweit an mehrere Millionen Personen verabreicht. Bei einem Teil der Geimpften sind am Tag der Impfung oder in den folgenden 1-2 Tagen Nebenwirkungen aufgetreten:

  • Schmerzen an der Impfstelle.
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fieber.

Die Symptome sind meist mild, in seltenen Fällen können sie jedoch auch ausgeprägt sein. Nach 1 bis 3 Tagen sind die Beschwerden vorüber, zur Linderung kann bei Bedarf Paracetamol eingenommen werden.

Welche Risiken haben diese neuen Impfstoffe?

Das einzige bekannte ernsthafte Risiko ist eine allergische Reaktion, die bei Personen auftreten kann, die bereits früher allergisch auf eine Impfung oder auf einen der Bestandteile der neuen Impfstoffe reagiert haben. Glücklicherweise lässt sich eine allergische Reaktion aber gut behandeln. Die Boten-RNA aus den Impfstoffen kann unser Erbgut nicht verändern, da dieses im Zellkern geschützt ist und die RNA nicht in den Zellkern eindringen kann. Es handelt sich also nicht um eine Gentherapie. Andere, bisher unbekannte (und damit sehr seltene) Risiken können nicht ausgeschlossen werden – sie sind jedoch minimal im Vergleich zu den Risiken von COVID-19 für Personen ab 65 Jahren oder mit bestimmten Vorerkrankungen. Diese Risiken sind auch geringer als die Risiken von länger anhaltenden Symptomen, die manchmal nach einem leichten COVID-19 beobachtet werden.

Für wen ist die Impfung kontraindiziert?

Im Moment gibt es nur eine Kontraindikation: Die Schwangerschaft (aufgrund von fehlenden Daten).

  • Wenn eine akute Erkrankung besteht (Fieber, etc.) sollte die Impfung verschoben werden.
  • Wenn Sie früher auf eine Impfung oder auf einen Bestandteil der Impfstoffe allergisch reagiert haben, sollten sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin kontaktieren.
  • Wenn Sie kürzlich an COVID-19 erkrankt waren, ist eine Impfung möglich, es kann aber auch bis 3 Monate nach der Erkrankung mit der Impfung zugewartet werden. Eine Antikörperbestimmung vor der Impfung ist nicht hilfreich.
  • Chronische Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten sind keine Kontraindikationen für die Impfung. Bei einer Immunschwäche oder einer immunsupprimierenden Behandlung kann die Wirksamkeit der Impfung möglicherweise vermindert sein.
  • Aufgrund von fehlenden Daten und weil sie kaum schwer erkranken, werden Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geimpft.

Wieviel kostet die Impfung gegen COVID-19?

Die Impfung gegen COVID-19 ist für die Bevölkerung kostenlos: Krankenkassen (ohne Franchisen-Anteil), Kantone und der Bund tragen die Kosten gemeinsam.

Wer empfiehlt mir diese Impfung?

Die Impfung wird Ihnen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), von der eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), von der Kantonsärztin/dem Kantonsarzt und von den medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. Die Impfung ist auf jeden Fall freiwillig, es gibt kein Obligatorium.

Wenn Sie Zweifel oder Fragen haben, wenden Sie sich jetzt an Ihre Ärztin/Ihren Arzt, um sich beraten zu lassen.

Weitere laufend aktualisierte Informationen finden Sie hier:

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